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Ein schwäbischer Exot; die Bachem Lerche

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er 1960 verstorbene Erich Bachem gehörte zu den Pionieren des Segelflugs in Deutschland. Er war 1925 Mitbegründer der ‘Akademischen Fliegergruppe’ (Akaflieg) in Stuttgart und zeitweise auch deren Vorsitzender. 1938 entwickelte er den stromlinienförmigen Wohnwagen AeroSport, der bei der Fa. Wolf Hirth gebaut wurde. Im Frühjahr 1942 gründete er in Waldsee zusammen mit Willy A. Fiedler die Bachem Werke GmbH. Bekannt wurde Bachem durch die Entwicklung und den Bau des senkrecht startenden Abfangjägers Ba 349 Natter. Doch auch in Waldsee wurde Erich Bachem von seiner Leidenschaft für den Segelflug nicht losgelassen. Sozusagen nebenher entstand 1944 der Motorsegler ‘Lerche’. Die Lerche war eine Art Ultraleichtflugzeug, das mit einem Zündapp-Motor ausgerüstet war. Die Ebene zwischen Niederbiegen/Kreis Ravensburg und der Domäne Riedsenn, ein Jägernotlandeplatz, wurde für die praktische Erprobung genutzt.

Ursprünglich sollte die ‘Lerche’ als ‘Rucksackflugzeug’ entwickelt und gebaut werden. Mit dem Fluggerät auf dem Rücken sollte der moderne Ikarus durch schnelles Laufen die Startgeschwindigkeit erreichen. Alle Versuche mit diesem etwas abenteuerlichen Konzept misslangen jedoch. Etwas erfolgreicher war eine verbesserte Ausführung der ‘Lerche’, welche ein Kufenfahrwerk besaß. Mit einem V-förmigen Gummiseil gelang der Start. Ob, wie Zeitzeugen aussagen, dieses Kleinstflugzeug als einsitziger Nahaufklärer oder von Anfang an nur als billiges, leicht zu produzierenden Sportflugzeug für die Nachkriegszeit geplant war, muss dahingestellt bleiben. Jedenfalls war vorgesehen. dass die Lehrlinge des Bachem Werks, die schon über ein Grunau Baby verfügten, den außergewöhnlichen Vogel erhalten sollten. Doch leider ging der Flieger durch einen Startunfall verloren.

Beitrag: Martin Konermann (Quelle www.luftarchiv.de)     Bilder: Familie Fiedler; Flugzeug 2/1991; 2/1994



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